Werkstoffe
Wir drucken im FDM-Verfahren, also aus Kunststoffdraht, der geschmolzen und Schicht für Schicht aufgetragen wird. Welcher Werkstoff der richtige ist, entscheidet fast immer der Verwendungszweck — nicht der Preis und nicht die Optik. Diese Seite beschreibt, was die einzelnen Werkstoffe können und wo sie aufhören.
Die Kennwerte sind Anhaltspunkte. Sie schwanken je nach Hersteller und Charge, und ein gedrucktes Bauteil verhält sich anders als ein genormter Prüfkörper. Besprechen Sie den Verwendungszweck deshalb vorab mit uns — daraus ergibt sich der Werkstoff meist von selbst.
PLA
Der genügsamste Werkstoff: feine Details, saubere Kanten, gute Maßhaltigkeit. Für alles im Innenraum, das nicht warm wird, ist er meist die richtige Wahl.
PLA ist steif und maßhaltig, bricht dafür eher, als dass es sich verformt. Die Oberfläche nimmt Farbe gut an. Für Anschauungsmodelle, Passmuster, Dekoration und Vorrichtungen auf dem Schreibtisch ist das die einfachste und günstigste Lösung.
Grenzen: PLA erweicht bereits bei etwa 55 bis 60 °C. Das Auto im Sommer, die Fensterbank in der Sonne und die Nähe einer Heizung scheiden damit aus. Draußen wird es unter UV-Strahlung mit der Zeit spröde. Und wo Schläge oder dauerhafte Belastung zu erwarten sind, ist ein zäherer Werkstoff die bessere Antwort.
Zur Orientierung: Glasübergang etwa 55–65 °C · steif, wenig schlagzäh · UV-Beständigkeit gering.
PETG
Der Allrounder. Zäher als PLA, deutlich wärmefester und unempfindlich gegenüber vielen Chemikalien — der Werkstoff, bei dem wir landen, wenn ein Teil wirklich benutzt wird.
PETG gibt unter Last eher nach, als zu brechen, und verträgt Feuchtigkeit im Betrieb gut. Halterungen, Adapter, Gehäuse und Ersatzteile sind sein Feld; auch ein zeitweiser Einsatz im Freien ist unkritisch. Die Schichten verbinden sich gut miteinander, was Bauteile quer zur Aufbaurichtung belastbarer macht als bei PLA.
Grenzen: Sehr feine Details und scharfe Kanten fallen weniger exakt aus als in PLA. Für dauerhafte Bewitterung über Jahre ist ASA die bessere Wahl, für dauerhafte Hitze PC.
Zur Orientierung: Glasübergang etwa 80 °C, formbeständig bis rund 70 °C · zäh · UV-Beständigkeit mittel.
TPU
Gummiartig und elastisch. TPU ist der Werkstoff für alles, was nachgeben, dämpfen oder sich anschmiegen soll.
Wie weich ein Teil wird, bestimmt die Shore-Härte des Werkstoffs — von zäh-elastisch bis nahezu gummiweich. TPU ist außerordentlich zäh und reißfest: Es bricht praktisch nicht, sondern federt zurück. Puffer, Auflagen, Griffe, Manschetten und Abdeckungen, die sich über eine Kante ziehen lassen, sind typische Fälle.
Grenzen: Scharfe Kanten und feine Stege fallen weniger exakt aus als bei steifen Werkstoffen. Und wo ein Teil seine Form halten oder Kräfte aufnehmen soll, ist Elastizität das falsche Mittel — dann sind PETG oder PA die Antwort.
Zur Orientierung: elastisch statt spröde · formbeständig grob 60–80 °C · sehr reißfest.
PA (Nylon)
Zäh, abriebfest und gleitfreudig — der Werkstoff für bewegte Teile, die dauerhaft arbeiten müssen.
Polyamid hält Dauerbelastung und wiederholtes Biegen aus, wo andere Werkstoffe ermüden. Zahnräder, Gleitlager, Clips, Scharniere und Führungen sind sein Feld. Es ist deutlich wärmefester als PLA und widersteht Ölen und Fetten.
Grenzen: PA nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf. Bei maßkritischen Teilen können sich Maße und Steifigkeit dadurch über die Zeit leicht verändern — das besprechen wir vorher. Außerdem ist der Werkstoff teurer als PLA oder PETG.
Zur Orientierung: sehr zäh und abriebfest · wärmefester als PLA und PETG · nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf.
PC (Polycarbonat)
Der wärmefesteste und schlagzäheste Werkstoff in dieser Reihe. PC nimmt Stöße auf, die andere Teile zerspringen lassen.
Bauteile aus PC bleiben auch jenseits von 100 °C formstabil und sind gleichzeitig hart und steif. Schutzabdeckungen, Halter in warmer Umgebung und Teile, die einen Schlag abbekommen dürfen, sind der typische Fall.
Grenzen: Für den Dauereinsatz im Freien ist PC nicht die erste Wahl. Unter UV-Strahlung vergilbt es mit der Zeit. Wer Hitze und Bewitterung hat, sollte das vorab mit uns besprechen. Gegenüber Laugen und manchen Lösungsmitteln ist PC empfindlich.
Zur Orientierung: formbeständig über 100 °C · sehr schlagzäh · UV ungeschützt kritisch (Vergilbung).
ASA
Der Werkstoff für draußen. ASA hält UV-Strahlung, Regen und Temperaturen über Jahre stand, ohne zu verspröden oder auszubleichen.
Wo ein Teil dauerhaft der Witterung ausgesetzt ist — an der Fassade, auf dem Dach, im Garten oder außen am Fahrzeug — ist ASA die naheliegende Wahl. Es ist zugleich wärmefest und schlagzäh, und die Oberfläche lässt sich gut lackieren.
Grenzen: Steifigkeit und Festigkeit liegen unter denen von PC. Wo es zusätzlich sehr warm wird oder Schläge zu erwarten sind, ist PC die bessere Wahl.
Zur Orientierung: Glasübergang etwa 100–110 °C · UV- und witterungsbeständig · schlagzäh.
Welcher Werkstoff wofür?
| PLA | Innen, nicht warm, feine Details |
|---|---|
| PETG | Wird benutzt und muss etwas aushalten |
| TPU | Soll federn, dämpfen oder sich anschmiegen |
| PA (Nylon) | Bewegt sich dauernd, reibt, greift ineinander |
| PC (Polycarbonat) | Wird heiß oder bekommt Schläge ab |
| ASA | Bleibt dauerhaft draußen |
Weitere Werkstoffe auf Wunsch.
Was für alle Werkstoffe gilt: Der Schichtaufbau bleibt sichtbar, und Bauteile sind quer zu den Schichten weniger belastbar als längs. Toleranzen unter 0,2 mm sind nicht zuverlässig zu halten. Gedruckte Teile sind nicht von sich aus flüssigkeits- oder gasdicht — das lässt sich durch eine nachträgliche Oberflächenbehandlung erreichen, die allerdings nicht zu unserem Leistungsumfang gehört; wir sagen Ihnen gern, worauf es dabei ankommt.
Unsicher, was passt?
Beschreiben Sie, wofür das Teil gedacht ist — wie warm es wird, was daran zieht oder drückt, ob es nach draußen soll. Den Werkstoff schlagen wir Ihnen vor.
